KRÖNER-STÄRKE:
Tradition, Fortschritt und Innovation
1900
Mit 37 Jahren gründet der Kaufmann und gelernte Mühlenbauer Hermann Kröner am 26. Oktober 1900 die nach ihm benannte Weizenstärkefabrik im Bocketal. Weiches, eisenfreies Quellwasser, Bahnanbindung und bodenständige, zuverlässige Mitarbeiter waren die entscheidenden Beweggründe für die Standortwahl.
1930
Im Jahre 1935 tritt der Jurist Friedrich-Carl Kröner im Alter von 25 Jahren in das elterliche Unternehmen ein, das bis zu diesem Zeitpunkt nach dem plötzlichen Tod seines Bruders Hermann Kröner im Jahr 1934 von seinem Bruder Wilhelm Kröner für kurze Zeit allein geleitet wurde. Leider verstirbt schon ein Jahr später der Firmengründer Hermann Kröner. Trotz zweier Großbrände und einer weiteren zwangsweisen Unterbrechung während des 2. Weltkrieges wird die Produktion beharrlich modernisiert und erweitert.
1950
Seit Anfang der 50er Jahre ist Friedrich-Carl Kröner alleiniger Firmeninhaber und führt das von seinem Vater übernommene Werk 50 Jahre lang erfolgreich durch eine wechselhafte Geschichte. 1955 werden die alten Fabrikgebäude erweitert und es erfolgt die Inbetriebnahme einer Abwasserverregnungsanlage die zu der Zeit einzigartig in der Weizenstärkeindustrie ist. Außerdem entstehen neue Büroräume und ein Betriebslabor. Ferner werden Lagerkapazitäten aufgestockt, Siloverladungen aufgebaut und die Energieversorgung von Kohle auf Öl umgestellt.
1970
Im Alter von 42 Jahren tritt Hermann Kröner, Enkel des gleichnamigen Firmengründers und Neffe von Friedrich-Carl Kröner in die Firma ein. 1976 wird damit begonnen, Teile des Betriebes auf modernere technische Verfahrensweisen umzustellen. Die für die Stärketrocknung notwendige Zeit wird von anfänglich mehreren Tagen (Lufttrocknung an der Sonne) durch den Einsatz eines Heißluftstromtrockners auf wenige Sekunden verkürzt.
1980
Die computergestützte Prozesssteuerung hält Einzug in den Produktionsprozess. Es entstehen die ersten Außensilos.
1984
Die Teigbereitung von dem bis dahin in der Weizenstärkeindustrie üblichen Knetverfahren wird auf das mit Hilfe eines Maschinenherstellers im eigenen Hause entwickelte Slurry-Verfahren umgestellt, wodurch der Frischwasserverbrauch auf ein Fünftel verringert werden kann. Dieses Verfahren wird später von vielen weiteren Weizenstärkeherstellern übernommen.
1986
Die zweistufige anaerobe Abwasserbehandlungsanlage (Biogasanlage) wird in Betrieb genommen. Sie ermöglicht eine 96%ige Vorreinigung der Produktionsabwässer. Diese Anlage ist zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme einzigartig in der Weizenstärkeindustrie und hat in der Abwasserbehandlung wegweisenden Pilotcharakter. Die Biogas-Anlage und das Slurry-Verfahren bilden die Grundsteine für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens.
Im September verstirbt der 76jährige Seniorchef Friedrich-Carl Kröner und Hermann Kröner übernimmt die alleinige Firmenleitung.
1987
Mit der Aufnahme der Extruderproduktion wird erstmalig in der Geschichte der KRÖNER-STÄRKE ein völlig neues Standbein geschaffen und seitdem konsequent weiter ausgebaut.
1990
Dr. Götz Kröner, der Sohn des verstorbenen Friedrich-Carl Kröner, tritt nach dem Studium der Lebensmitteltechnologie mit 27 Jahren in das elterliche Unternehmen ein und übernimmt gemeinsam mit Hermann Kröner die Geschäftsführung. In den folgenden 5 Jahren wird die Kapazität des Unternehmens nahezu verdreifacht, der Maschinenpark auf den weltweit modernsten Stand gebracht und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens ganz entscheidend gestärkt.
Die Energieversorgung wird auf Gas umgestellt, 1995 erfolgt die Zertifizierung nach dem Qualitätsstandard ISO 9001.
1997
In konsequenter Weiterführung der Firmenphilosophie, nur unbehandelte Rohstoffe ohne Einsatz chemischer Hilfsmittel zu verarbeiten, erfolgt in diesem Jahr die Aufnahme der Verarbeitung von kontrolliert biologisch angebauten Rohstoffen als BIOLAND-Vertragspartner. Die KRÖNER-STÄRKE entwickelt sich zu Europas größtem Bio-Weizenstärke Produzenten.
Die Außenlagersilos werden ausgebaut, die Absackung und Palettierung erweitert und automatisiert. 1998 stärkt der Aufbau eines neuen Extruders das Standbein Extrudertechnologie. 1999 wird mit dem Bau einer Mehrkomponentenmischanlage ein weiteres neues Standbein geschaffen. Ebenfalls in diesem Jahr erfolgt die Installation einer weiteren Trocknungswalze zur Herstellung von Spezialquellprodukten für die Lebensmittelindustrie.
2000
Die KRÖNER-STÄRKE feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Durch konsequente Optimierung der Produktionsabläufe kann in den folgenden Jahren der Einsatz von Energie und Wasser abermals deutlich reduziert und die Mehlverarbeitung weiter gesteigert werden. Es erfolgt die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems und der Ausbau der Visualisierung des Produktionsprozesses. Mit dem Zukauf von Grundstücken und deren Erschließung werden die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Standortsicherung Ibbenbüren geschaffen.
2005 bis heute
Auch in neuester Zeit werden durch gezielte Investitionen die Produktionsleistungen weiter gesteigert und die Produktqualitäten verbessert. Das hohe Qualitätsbewusstsein der KRÖNER-STÄRKE findet seinen sinnfälligen Ausdruck in der erfolgreichen Zertifizierung nach BRC, IFS und QS. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Anpassung an aktuelle Markterfordernisse durch Flexibilität und Innovationsbereitschaft des Unternehmens gelegt. Daher verstärkt sich die KRÖNER-STÄRKE Anfang 2006 personell im Bereich Forschung und Entwicklung und entwickelt eine Reihe neuer Produkte für verschiedene Anwendungsbereiche. Der Schwerpunkt liegt immer mehr bei den Spezialprodukten im Lebensmittelbereich. Durch die ständige Prozessoptimierung und den Bau eines neuen Fabrikationsgebäudes mit modernster Walzentechnologie und hohem hygienischem Standard sind optimale Voraussetzungen für die Herstellung von Spezialprodukten gegeben. Dies sind insbesondere Produkte für den diätetischen Bereich (z.B. Babyfood, geriatrische Ernährung, glutenfreie Produkte) sowie funktionelle clean-label Stärken für verschiedene Anwendungsbereiche im Lebensmittelsektor.
Ausblick
Mit einer enormen Kraftanstrengung wird die KRÖNER-STÄRKE in den kommenden 5 Jahren in Abwasser- und Energietechnik incl. Kraftwärmekopplung, in die Veredlung der Nebenprodukte, in die Logistik und Lagerkapazität sowie in eine nochmalige Erweiterung der Produktionskapazitäten investieren und sich damit erneut zu ihren Mitarbeitern, zum Standort Ibbenbüren und zu ihren Kunden bekennen.